Über uns


Hallo! Wir sind Juliane Dietrich, Henriette Stapf und Johannes Dietrich. Seit 2012 bieten wir Biografieworkshops an, insbesondere für die “Dritte Generation Ostdeutschland”, der wir selbst angehören.

Juliane Dietrich (geb. Cieslak)

Juliane Dietrich Seifhennersdorf 2012
In Seifhennersdorf/Oberlausitz; Foto: Sven Gatter 2012

Den Austausch mit anderen Ostdeutschen in den Biografiegruppen empfinde ich als sehr bereichernd und erweiternd, da er einen Einblick in verschiedene menschliche Erfahrungswelten ermöglicht und dazu befähigt, innerliche und zwischenmenschliche Grenzen zu überwinden.
Das wechselseitige Zuhören und Erzählen zu den eigenen biografischen Erfahrungen ist ein Schlüssel zu sich selbst und zu anderen Menschen.
Daraus entsteht viel Kraft, die persönlichen aber auch gesellschaftlichen Probleme in die Hand zu nehmen und in eine positive Richtung zu lenken.
Ich selbst begann in der Zeit meines Studiums damit, mich mit meiner ostdeutschen Herkunft auseinander zu setzen. Auf der einen Seite begegneten mir viele negative Stereotype gegenüber Ostdeutschen „Ossis rieche ich auf 10 Meilen gegen den Wind.“ u.ä. Auf der anderen Seite gab es unglaublich viel Rückenwind durch das Netzwerk der Dritten Generation Ost und den Austausch mit anderen Ostdeutschen und Osteuropäer*innen zu den Erfahrungen in der Transformationszeit.
Seit 2010 habe ich als Sozialpädagogin (Dipl.) vor allem mit Kindern, Jugendlichen und Familien gearbeitet und parallel gemeinsam mit Johannes Dietrich das Format der Biografieworkshops entwickelt. Seit 2017 bin ich als Integrationskoordinatorin für die Stadt Königstein in der Sächsischen Schweiz tätig.

Henriette Stapf


 

 

 

 

Henriette Stapf; Foto: Johannes Dietrich 2019

Bei meinem Studium der Kulturarbeit in Potsdam reizte mich besonders der Anspruch, kulturelle Erfahrungen aus Ost- und Westdeutschland zu betrachten und diese für die eigene zukünftige Kulturarbeit nutzbar zu machen. Schnell wurde klar, dass dieser Anspruch durch ein Professor*innenteam, bestehend ausschließlich aus westlich sozialisierten Menschen, nicht wirklich umgesetzt werden konnte. Dies wurde für mich Antrieb für die intensive Auseinandersetzung mit dem kulturellen und sozialen Wandel in Ostdeutschland. Kernthemen meiner Arbeit sind seit 2003 die (Wieder-)Belebung von Mentoringverhältnissen zwischen östlich Sozialisierten, das Machtverhältnis Ost-West, Ungleichheiten östlicher und westlicher Prägungen, die Verankerung östlicher Sichtweisen in Diskursen, die Bereicherung der gesamtdeutschen Geschichtserzählung um die Geschichte Ostdeutschlands, Kooperationen von Minderheiten und die Ermöglichung einer innerostdeutschen Debatte in Bezug auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Seit 2011 engagiere ich mich im Netzwerk Dritte Generation Ost und bin Gründungsmitglied des weltbewusst e.V., der Träger der Biografiearbeit Dritte Generation Ost ist. Ich möchte den Prozess des Umgangs mit dem sozial-kulturellen Erbe in Ostdeutschland mitgestalten. Es braucht Menschen, die östlich Sozialisierte in ihrer persönlichen Auseinandersetzung und ihrer gesellschaftlichen Beteiligung unterstützen und fördern, davon bin ich überzeugt.

An unserer Arbeit mit dem Biografieteam schätze ich die Rückmeldungen der Teilnehmenden, die die Wichtigkeit der Aufarbeitung und den empowernden Ansatz unserer Methode immer wieder hervorheben. Es ist ein Schatz die Biografien anderer kennenlernen lernen zu dürfen! Durch das gleichwertige Erzählen und Zuhören tragen wir dazu bei, dass Verständnis für die Komplexität ostdeutscher Erfahrungen entstehen kann.

Johannes Dietrich

Johannes Dietrich; Foto: Henriette Stapf 2019

Der rote Faden meiner Tätigkeiten ist selbstorganisiertes Leben und Arbeiten für eine nachhaltige Welt. Diesen Schwerpunkt habe ich sicherlich auch vor dem Hintergrund meiner Vergangenheit in der DDR ‒ zunächst unbewusst, später bewusster ‒ gewählt. Bereits als Kind guckte ich meinem Vater gern über die Schulter, wenn er zu Hause handwerklich arbeitete und ahmte ihn nach.

Seit 2006 arbeite ich zudem biografisch-emotional zu ostdeutscher Herkunft, zu Umweltthemen sowie zu Entwicklungsaufgaben von Männern. An der Arbeit in den Biografiegruppen fasziniert mich insbesondere die Möglichkeit, verschüttete Kenntnisse und Gefühle zu (meinen) Identitäten wiederzuerlangen und somit insgesamt ein zufriedeneres Leben zu führen.

Unsere Ziele für die Biografiearbeit mit der Dritten Generation Ostdeutschland:

Selbstbewusstsein stärken: Mit der Biografiearbeit stärken wir das Selbstbewusstsein der Dritten Generation Ost, indem wir unseren eigenen, ganz spezifischen Erinnerungen an DDR und Transformation eine Bedeutung verleihen. So können wir im öffentlichen Diskurs eigenständig auftreten, eigene Projekte entwickeln und gesellschaftlich tätig werden.

Intergenerationelles Lernen: Durch die Biografieworkshops schaffen wir einen (Selbst-) Verständigungsraum unter Gleichaltrigen, der uns in die Lage versetzt, Fragen zu formulieren und mit unserer Eltern- und Großelterngeneration ins Gespräch zu kommen.

Gestaltungskompetenz erwerben: Wir beschäftigen uns mit unserer Vergangenheit, um die Gegenwart und Zukunft unseres persönlichen Lebens und unseres Landes zu gestalten.